Obdachlose besonders von Coronakrise betroffen

23. März 2020

Bruder Michael spricht in einem Fernsehbeitrag von RTL über die Situation der Obdachlosen in der Coronakrise.
Hier der Beitrag von rtl.de

 

Was machen die Menschen, die kein Zuhause haben?

In ganz Deutschland gibt es Beschränkungen des öffentlichen Lebens, von allen Seiten kommt der Aufruf, zu Hause zu bleiben, um sich und andere zu schützen – und das völlig zurecht. Aber was machen die Menschen, die kein Zuhause haben? Die Corona-Krise trifft Obdachlose noch härter als andere Menschen. Mit welchen Herausforderungen die Obdachlosenhilfen derzeit zu kämpfen haben, erklärt Bruder Michael Wies vom Frankfurter “Franziskus-Treff” im Video oben.

 

Kaum Menschen auf der Straße – für viele Obdachlose brechen die einzigen Einnahmen weg

Wohnungslose Menschen haben oft keine Möglichkeit, sich von anderen zu isolieren. Auch fehlt oft der Zugang zu sanitären Anlagen, um sich beispielsweise die Hände zu waschen oder zu duschen. Dazu kommt: Es sind weniger Menschen auf der Straße unterwegs – damit brechen für viele Wohnungslose die einzigen Einnahmequellen wie das Sammeln von Pfand oder das Bitten um Spenden weg. Viele Obdachlosenzeitungen haben außerdem aus Hygienegründen den Verkauf eingestellt – darunter unter anderem in Berlin, Hamburg und Kiel.

 

Hilfseinrichtungen kämpfen mit Personalnot und steigenden Hygieneanforderungen

Auch die staatlichen und privaten Hilfen für Obdachlose brechen teilweise weg. In vielen Städten wurden die Hilfsangebote bereits reduziert, weil durch die hohe Krankheitsrate und Infektionsgefahr einige Mitarbeiter wegfallen. Einer, der weitermacht, ist dagegen Bruder Michael Wies vom Frankfurter Liebfrauen-Kloster. Er leitet den “Franziskustreff” in der Innenstadt und versorgt Obdachlose auch weiterhin mit einem Frühstück – außerdem wurde eine mobile Waschstelle aufgebaut, wo sich die Menschen zumindest die Hände waschen und desinfizieren können. “Wir vor Ort müssen Maßnahmen ergreifen für unsere Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, können wir noch unseren Dienstplan stemmen? Können wir jeden Tag noch aufmachen? Finden wir noch fünf Menschen, die mit uns mitmachen? Wir leben in besonderen Zeiten und jeden Tag neu müssen wir bewerten und schauen, was möglich ist”, beschreibt Wies die Situation vor Ort.

 

Wie kann man selbst helfen?

Wie man selbst helfen kann? Am besten durch spenden, sagt auch Michael Wies. Man sei in der Obdachlosenhilfe auf Spenden angewiesen. Wegen der Corona-Krise hat auch die evangelische Kirche mit der Diakonie Deutschland bereits eine Spendenaktion für wohnungslose Menschen gestartet. Mit den Spenden sollten beispielsweise Tagesaufenthalte, Wohnungslosenheime und Nothilfemaßnahmen für obdachlose Menschen unterstützt werden.

 

Quelle: www.rtl.de