Gebetshilfe für Januar 2017

von | 16.01.2017

Impuls

Wege begleiten, das gehört in vielfältiger Hinsicht zum Charisma der Kapuziner. In den unterschiedlichsten Situationen nehmen sie Anteil am Leben der Menschen, die ihnen begegnen, die vielleicht gerade darum das Haus der Brüder aufgesucht haben. Da ist der Pförtner, der viele Menschen kennt, die regelmäßig die Türglocke des Klosters läuten oder mit ihren Anliegen am Telefon sind und deren Geschichten er kennt und interessiert verfolgt. Da sind die Brüder, die in ihren seelsorglichen Aufgaben als Beichtväter, geistliche Begleiter, Gemeindepfarrer, Exerzitienleiter, Krankenhausseelsorger und vieles mehr kleinere und größere Wegstrecken im Leben der ihnen anvertrauten begleiten. Da ist der Koch, der sich einen Moment mit der Kaffeetasse zu dem Gast setzt, der gerade zufällig in der Küche gelandet ist oder der Gärtner, der dem unverhofften Besucher nicht nur den Gemüseanbau erklärt, sondern auch noch erzählt bekommt, welche Freuden und Beschwernisse gerade im Leben des anderen eine Rolle spielen.

Oft reicht es, einfach zuzuhören und dem anderen Raum zu geben, einmal von dem zu sprechen, was ihn bewegt. Manchmal ist der Rat dessen gefragt,der Erfahrung im geistlichen Leben hat oder sich in seinem Handwerk auskennt und etwas von seinem Wissen mitteilen kann.

Zuhören und mitgehen, das erfordert gar nicht immer eine fundierte Ausbildung in den verschiedenen Gesprächstechniken. Meist reicht es aus, wenn wir der geschwisterlichen Liebe in uns Raum geben, mit der auch Franziskus vorbehaltlos auf alle Menschen und Geschöpfe zugegangen ist. So können wir auch ohne viel Worte dem Anderen zusprechen: Ich interessiere mich für Dich. Du bist erst einmal so angenommen, wie Du bist. Du musst dich nicht verstellen und keiner Erwartung gerecht werden. Eine sehr einfache Weise, das Evangelium zu verkünden – gar nicht immer so einfach.

Zu den Bitten in den Laudes

Du bist den Menschen Wegbegleiter geworden.

  • Schenke uns offene Ohren und Herzen, um zuhören zu können und Weisheit, um zu erkennen, wann unser Rat benötigt wird.

Du bist Deinen Weg konsequent bis zu Ende gegangen.

  • Schenke uns Ausdauer, unsere Berufung als Christen mit Entschlossenheit zu leben.

Zu den Fürbitten in der Vesper

Du hast Natanael schon von weitem gesehen und erkannt.

  • Schenke uns die Gabe, Berufungen zu erkennen und in rechter Weise zu fördern.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

  • Öffne all denen Wege in das Leben hinein, die sich in einer Sackgasse erfahren.

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Bruder Harald Weber

Bruder Harald Weber, geboren 1970 auf der Schwäbischen Alb, ist im Jahr 2000 in den Kapuzinerorden eingetreten und wurde 2009 zum Priester geweiht. Nach den ersten Jahren in der Seelsorge, die er im Kapuzinerkloster Liebfrauen in Frankfurt, insbesondere in der Beicht- und Gesprächsseelsorge, erlebt hat, absolvierte er ein Studium zum „Master in formation“ in Rom. Seit 2 Jahren lebt er in Münster und begleitet dort Studierende, junge Männer, die sich für den Kapuzinerorden interessieren und die Brüder, die sich in der Ordensausbildung im letzten Ausbildungsabschnitt des Juniorats auf die ewige Profess vorbereiten.

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