Gebetshilfe Juli bis September 2020

27. Juni 2020

Franziskus und Klara

Eine aufregende Zeit liegt hinter uns. Vor einigen Monaten hat uns die Corona-Pandemie überrollt und vor ganz neue und bisher unbekannte Herausforderungen gestellt. Viele von uns haben sich um die Gesundheit ihrer Angehörigen und Freude gesorgt. Keiner wusste so genau, was da noch alles auf uns zukommen wird. Und auch derzeit ist die Gefahr noch nicht aus der Welt. Wir müssen sicher noch eine ganze Zeit lang mit und unter der Corona-Krise leben. 

Wie alle Lebensbereiche, ist natürlich auch die Arbeit unserer Berufungspastoral betroffen. Viele Veranstaltungen und damit Möglichkeit zur persönlichen Begegnung mussten abgesagt werden. Dafür haben wir einige virtuelle Begegnungsräume geschaffen. Mit Kapuziner entdecken live oder Frag nach! 20-Minuten-Talk mit einem Kapuzinerbruder können interessierte Menschen mit uns über Video-Chats in Kontakt kommen.

Dieses Jahr richten wir unseren Blick in den Gebetshilfen auf die Beziehungen im Leben des heiligen Franziskus. Von Juli bis September stehen „Franziskus und Klara“ im Mittelpunkt. 

Wie immer freuen wir uns, wenn wir im Gebet miteinander in Verbindung bleiben. Ein herzliches Dankeschön fürs Mitbeten um Berufungen. Bleib gut behütet!

Impuls

„Ich komme mit!“ Wenn uns jemand diesen Satz sagt und damit ein Angebot macht, freuen wir uns, dass wir nicht alleine sind. Dieser Satz tut uns vor allem in schwierigen Situation gut. Aber auch in schönen Momenten, wie zum Beispiel im Urlaub, freuen wir uns, wenn Freunde und Freundinnen dabei sind. Wir Menschen sind soziale Wesen, die nicht gern alleine unterwegs sind und die nicht gut alleine leben können. Darum ist es schön, wenn es Familienangehörige und Freunde oder auch Schwestern und Brüder einer geistlichen Gemeinschaft gibt, die mit uns gehen.

Für Klara von Assisi war Franziskus ein Vorbild und Freund, mit dem sie einen Weg zusammen gehen wollte. Wie er, verließ auch sie ihr gut begütertes Elternhaus, um ganz Jesus Christus nachzufolgen. Für diesen Schritt nahm sie viele Hürden in Kauf. Sie konnte nicht einfach der neuen Bewegung beitreten. Als Frau in dieser Zeit war es ihr gesellschaftlich und kirchlich nicht erlaubt, mit den Brüdern umherzuziehen. Sie musste für sich und andere Frauen um eine neue – franziskanisch geprägte – Lebensform ringen.

Franziskus wurde zum Leitbild für Klara und ihre Schwestern. Nach seinem Vorbild wollten sie Christus nachzufolgen. Und auch für Franziskus blieb die Freundschaft zu Klara weiterhin wichtig. Die Verbindung zwischen Franziskus und Klara zeigt uns, dass freundschaftliche Beziehungen dabei helfen können, den eigenen Weg der Christusnachfolge zu gehen.

Zu den Bitten in den Laudes

Juli

Du hast jeden Menschen mit eigenen Fähigkeiten beschenkt; 
– ermutige junge Menschen dazu, ihr Charisma für das Reich Gottes einzusetzen. 

August

Du rufst auch heute noch Menschen in deine Nachfolge;
gib, dass dieser Ruf gehört wird und junge Männer Feuer fangen für ein Leben im Kapuzinerorden.

September

Du bist ein Gott, der mit uns geht;
– hilf den Frauen und Männern, die auf der Suche nach ihrer Berufung sind. Lass sie Menschen finden, die sie gut begleiten.

Zu den Fürbitten in der Vesper

Juli

Erwecke in jungen Menschen die Sehnsucht und die Bereitschaft, dir nachzufolgen;
– und gib ihnen den Mut, die nötigen Schritte zu tun.

August

Hilf den jungen Menschen, deine Gegenwart in den Armen und Schwachen zu suchen;
– schenke ihnen in Franziskus und Klara Vorbilder für ihr Leben.

September

Schenke dem Kapuzinerorden neue Berufungen;
– und hilf den Brüdern, dass sie auch in Zukunft „nachwuchsfähig“ bleiben.

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Die Ikone der heiligen Klara von Assisi hat Bruder Thomas Skowron gemalt.

Bruder Julian Kendziora OFMCap

Bruder Julian Kendziora

Franz von Assisi
Franziskus ist für mich ein Mitbruder, der mir immer wieder einen Impuls gibt, um auf der richtigen Spur zu bleiben. Durch seine Radikalität bremst er mich manchmal auch in meinen Tun. Andererseits spornt er mich an, offen in die Welt zu gehen. Besonders wichtig ist mir bei Franziskus, dass er wirklich was „Neues“ ausprobiert hat und damit die Herzen der Menschen getroffen hat.
Was mich am Kapuzinerleben fasziniert?
In der Gemeinschaft der Kapuziner geht es manchmal so „drunter und drüber“, dass man den Anschein bekommt, dass man nichts faszinierenderes finden kann. Ich finde gerade diese Unterschiedlichkeit, die manchmal so ein „drunter und drüber“ auslöst, das Faszinierende. Die Gemeinschaft, die von den Charakteren und Aufgaben so unterschiedlich aufgestellt ist, und dann aber gemeinsam Franziskus als Wegweiser hat und Christus nachfolgen will, ist ein tolles Erlebnis.