Gebetshilfe für Mai 2017

von | 3.05.2017

Impuls

Zur Stille berufen

Wir leben in einer Zeit großer Veränderungen, die sehr viel Kreativität und Authentizität von uns verlangt.

Die ersten Brüder der Kapuzinerreform nannten sich „Minderbrüder vom eremitischen Leben“. Der Erneuerungbewegung ging es um eine konsequentere Armutspraxis und vor allem um ein intensiveres Leben des Gebetes und zwar des Kontemplativen.

„Mündliche Gebete“, Arbeit und Pastoral werden in den Verordnungen von Albacina, der ersten Auslegung der Franziskusregel durch die Kapuziner, reduziert, damit „die Brüder dadurch mehr Zeit haben, sich dem stillen, inneren Gebet hinzugeben, das viel fruchtbringender ist als das mündliche Beten“. (Albacina 3). Diskursives Beten hat seinen Platz, reicht aber nicht aus, um in die Tiefe des Geheimnisses des Lebens hineinzuhören.  Damit folgt man Franziskus, dem Meister Inneren Betens, der anordnet „dem Gebet und der Hingabe sollen alle übrigen Dinge dienen“ (BRegel 5, BriefAnt 2, bzgl. Arbeit und Studium).

Gelebte Kontemplation schenkt Frieden mit Gott und ermöglicht ein tieferes Erfassen der Wirklichkeit. Gleichsam von innen heraus  wachsen Erkenntnis, Intuition, Solidarität und Mitgefühl zu Mensch, Schöpfung und Zukunft der Welt.

Zu den Bitten in den Laudes

Wenn ich aus innerer Stille heraus auf die Menschen heute zugehe, kann ich ihnen offen und vorurteilsfrei begegnen.

  • Schenke Kraft zu solcher Stille.

Ganz bei mir sein macht fähig, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.

  • Gib Mut zur Reduktion in Aufgaben und Begegnungen.

Zu den Fürbitten in der Vesper

Ein gezieltes Fördern unserer kontemplativen Dimension könnte wesentlich zu unserer Erneuerung beitragen:

  • Lass uns als einzelne und als Gemeinschaft konkrete Schritte tun.

Eigenes kontemplatives Gebetsleben kommt nicht ohne konsequentes und ständiges Üben aus:

  • Nimm von uns Trägheit und Resignation.

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Bruder Joachim Wrede
Bruder Joachim Wrede

Br. Joachim Wrede, Jahrgang 1954, seit 1976 Kapuziner, Priesterweihe 1983 in Münster, Kaplan in Mainz, von 1985- 1999 Missionar in der Mixteca Alta/Südmexiko, Stühlingen, Dieburg, Würzburg, seit 2014 Eremit in Schliprüthen. Anliegen ist es ihm, selbst kontemplativ und zurückgezogen zu leben und Kontemplation/Zen weiterzugeben an interessierte Menschen.

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