Gebetshilfe für Juni 2017

von | 31.05.2017

Impuls

Spurensucher sein

Als Provinzial erlebe ich eine große Bandbreite von Herausforderungen. Wir leben in einer spannenden Zeit. Ich vertrete die Provinz nach außen und habe mit Fragen von Verwaltung, Personal u.a. zu tun. Aber es wäre nicht genug, den „Betrieb“ am Laufen zu halten und den neuen Gegebenheiten anzupassen. Zentral ist: gemeinsam Ziele zu formulieren und aktiv – mit dem Evangelium im Gepäck – unser Ordensleben zu gestalten. Dabei sind wir uns einig, dass wir uns nicht um uns selber drehen, sondern für andere da sein wollen. Wir stehen nicht still, wir sind nicht fertig, wir bewegen uns in der Spannung zwischen Realität und Vision.

Wichtig ist, mit den Brüdern auf dem Weg zu sein, zu motivieren, Situationen zu verstehen und zu deuten, Entscheidungen anzustoßen und umzusetzen.

Mal braucht es mehr Verständnis und Zuhören, dann wieder mehr Klarheit und Konsequenz.

Immer geht es um den Dienst am Menschen, an seinem gottgeschenkten Leben, an seiner Berufung.

Bei allem Einsatz und guten Willen, den ich erlebe, weiß ich um die Gefahr, sich zu fixieren auf eigene Ideen, sich nicht mehr stören zu lassen von anderen Meinungen. Als Bereicherung schätze ich Begegnung, Gespräch, Gebet mit Schwestern und Brüdern.

Ein häufig gebrauchtes Zitat „Gott umarmt uns durch die Wirklichkeit“ lässt mich die Lebensrealität als Ort der Gotteserfahrung entdecken. Hier überrascht und beschenkt mich Gott, fordert und stärkt mich zugleich.

Vorrang haben die Fragen und Sorgen der Menschen, denen ich als Seelsorger begegne. Ich möchte nicht getrieben sein von Terminen wie man es von Managern kennt. Aufgrund der Menge an Herausforderungen muss ich auswählen. Es ist nicht möglich überall zu sein und mit Kraft etwas bewegen zu wollen. Um zu unterscheiden, helfen mir die Stille und das Gebet. Im Alltag schätze ich die Gemeinschaft der Brüder, die Begegnung bei Gebet, Mahlzeit und Zeiten der Erholung.

Je länger je mehr wird mir bewusst, wie die alte Erfahrung in den Psalmen zutreffend sind: Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. (Ps 127)

Zu den Bitten in den Laudes

Jesus Christus, Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

  • Stärke die Suchenden mit Deinem Wort und lass sie ihre Berufung entdecken.

Zu den Fürbitten in der Vesper

Jesus Christus, durch dein Wort und die Zeichen der Zeit forderst Du uns heraus, Menschen in Not beizustehen.

  • Ermutige uns durch deinen Geist, damit wir Trägheit und Menschenfurcht überwinden.

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Bruder Joachim Wrede
Bruder Marinus Parzinger

Br. Marinus Parzinger wurde 1963 am Rand von Freilassing im Berchtesgadener Land geboren und ist seit 1987 Kapuziner. Vor dem Ordenseintritt absolvierte er die Ausbildung zum Bäcker und Konditor und holte das Abitur nach. Nach dem Studium der kath. Theologie war er Kaplan in einer Münchner Pfarrei, anschließend für die Ausbildung junger Kapuziner zuständig. Ab 2001 leitete er die Gemeinschaft am Wallfahrtsort Altötting. 2009 bis 2013 war er als Pfarrer in München, St. Joseph. Von 2001 bis 2007 war er Mitglied der Provinzleitung der Bayerischen Kapuzinerprovinz. Mit der Fusion zur Deutschen Kapuzinerprovinz 2010 war er Mitglied im Leitungsgremium bis 2013. Seit Juni 2013 ist er Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz. Er wurde im Juni 2016 für eine zweite Amtsperiode gewählt und lebt in München.

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