Gebetshilfe für Januar bis März 2020

20. Januar 2020

Wir schauen dankbar auf das vergangene Jahr zurück. Es hat sich vieles bewegt und verändert in der Deutschen Kapuzinerprovinz. Im Juni haben die Brüder bei dem Provinzkapitel in Reute eine neue Provinzleitung gewählt. Einige Brüder wurden versetzt und sind noch dabei in eine neue Tätigkeit hineinzuwachsen; andere bereiten sich zurzeit auf neue Aufgaben vor.

Vor allem freuen wir uns über die Situation in der Ordensausbildung. Es befinden sich zurzeit vier Brüder im Juniorat. Ein Bruder absolviert das Noviziat für die Deutsche Ordensprovinz in Camerino (Italien) und drei Brüder bereiten sich in Münster als Postulanten auf den Ordenseintritt vor. Immer wieder kommen wir mit jungen Menschen ins Gespräch und wollen gerne dabei helfen, nach dem Ruf Gottes und nach seinen Spuren im eigenen Leben zu suchen. In diesem Jahr werden wir besonders auf prägende Beziehungen im Leben des heiligen Franziskus schauen (mit den Eltern, dem Aussätzigen, der heiligen Klara und dem Sultan). Die Gebetshilfe setzt sich mit dem Thema „FRANZIKSUS und die Eltern“ auseinander.

Wir freuen uns, über die Gebetsunterstützung und danken allen, die unser Engagement durch ihr Gebet mittragen.

Franziskus und die Eltern

 

Impuls

Es gehört zu den natürlichsten Prozessen in unserem Leben, dass wir uns vom Elternhaus und von den Idealen unserer Erzieher lösen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Manches von dem, was wir gelernt haben, müssen wir erstmal über Bord werfen. Anderes werden wir vielleicht bewahren oder im Laufe des Lebens wiederentdecken. Auf jeden Fall birgt der Abschied von der eigenen Kindheit und die Abnabelung von den Eltern reichlich Spannungspotential – die Pubertät lässt grüßen!

Diese Erfahrung hat auch der heilige Franziskus von Assisi gemacht. 1182 wurde er als Sohn des Pietro Bernadone und der Donna Pica in Assisi geboren. Der Vater war Großhändler der Tuchwirkerzunft. Er war, mit heutigen Worten, äußerst erfolgreich in der Modebranche unterwegs. Das prägte den Heiligen von klein auf. Die Hoffnungen des Vaters ruhten auf ihm. Franziskus sollte das erfolgreiche Familienunternehmen einmal weiterführen. Sosehr sich Franziskus zunächst mit seiner Rolle als eleganter Kaufmannssohn arrangiert hatte, so radikal fiel dann der Bruch mit dem Vater aus.

Die Suche nach dem Sinn des Lebens, die Begegnung mit den Aussätzigen und vor allem die umwerfende Gotteserfahrung vor dem gekreuzigten Christus in einer alten Kapelle machen ihn zu einem Bruder der Randständigen. Weil Gott den Menschen liebt – kann auch er nicht mehr anders, als dieser Liebe Raum zu geben.

Franziskus muss sich entscheiden. In dem Konzept, das der Vater für ihn vorsieht, ist wenig Platz für die Liebe zu Gott und zu den Armen. Deshalb kann er gar nicht anders. Er legt die eleganten Kleider des Tuchhändlers ab – und wird sein ganz eigenes „Kleid“ entdecken. Er emanzipiert sich von der Vorherrschaft der Eltern und sagt Ja zu dem Ruf Gottes. Jetzt ist Franziskus frei!

Zu den Bitten in den Laudes

Januar

Du hast jeden Menschen mit einem eigenen Charisma beschenkt;
– gib, dass wir deine Gabe zum Wohl der Menschen einsetzen.

Februar

Du rufst immer wieder Menschen in deine Nachfolge;
– gib, dass wir hören und verstehen, wie dein Auftrag an uns lautet.

März

Du bist der Vater aller Menschen;
– gib, dass wir uns heute zu dir bekennen und auf dich vertrauen.

Zu den Fürbitten in der Vesper

Januar

Du bist Mensch geworden aus Maria, der Jungfrau;
– stärke uns im Glauben und in der Liebe.

Februar

Du rufst immer wieder Menschen in deine Nachfolge;
– gib, dass wir hören und verstehen, wie dein Auftrag an uns lautet.

März

Du bist der Vater aller Menschen;
– gib, dass wir uns heute zu dir bekennen und auf dich vertrauen.

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Br. Thomas M. Schied

Franz von Assisi

Einer, der mich immer wieder fasziniert und inspiriert. Vor allem einer, von dem ich noch viel lernen kann für mein eigenes Lebensprojekt der Christusnachfolge.

Was mich am Kapuzinerleben fasziniert?

Die Mischung macht’s. Einerseits eben wir in Gemeinschaft, pflegen klösterliche Formen und beten das Stundengebet. Andererseits wollen wir Kapuziner nahe bei den Menschen sein. Deshalb wird in den meisten unserer Klöster Gastfreundschaft großgeschrieben. Und wir sind viel “draußen” unterwegs. In ganz unterschiedlichen Berufen und Aufgaben.