Gebetshilfe für April bis Juni 2019

Impuls

Es ist das Privileg des Ordenslebens, feste Zeiten der Stille und des Gebetes im Tagesablauf verankert zu haben und diese Zeiten in Gemeinschaft erleben zu dürfen. Wenn die Glocke zum Gebet ruft, dann ist dies die Aufforderung, die Arbeit ruhen zu lassen und mich durch das Gebet in der Gegenwart Gott beschenken zu lassen.

Viele der Gäste unseres Klosters zum Mitleben in Stühlingen erfahren gerade diesen geprägten Tagesrhythmus mit den vier Gebetszeiten als hilfreich, um ihre Beziehung zu Gott zu erneuern oder zu vertiefen: Der Tagesbeginn mit dem Morgenlob, das Innehalten am Mittag für das Gebet und Verweilen vor Gott, das Vespergebet und der Tagesabschluss, die Komplet. Diese bewussten Unterbrechungen der Arbeit und des Tagesgeschehens helfen, den Kontakt mit Gott nicht abreißen zu lassen. Es ist eine gute Übung, solche Unterbrechungen in Form von „Mini-Gebets-Zeiten“ in meinen ganz normalen Alltag zu integrieren. Eine Möglichkeit dafür sind Kurzgebete von ein, zwei Sätzen, in denen ich mich – angeregt durch das, was mir gerade widerfahren ist – Gott zuwende: Ein Wort des Dankes für ein gerade geführtes gutes Gespräch, die Bitte für einen Menschen, von dessen Sorgen oder Problemen ich eben erfahren habe, eine stille Bitte an Gott um Hilfe, wenn ich vor einem Problem, einer Herausforderung oder Entscheidung stehe.

Wichtiger noch als Worte ist aber die Erfahrung von Stille. Gebets-Zeiten wollen vor allem auch Räume öffnen, in denen Gott bei uns ankommen kann: „Beten heißt nicht sich selbst reden hören, beten heißt still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.“ (Sören Kierkegaard)

Zu den Bitten in den Laudes

April

In dir leben wir, bewegen wir uns und sind wir.
Hilf uns, die Verbindung mit dir nie abreißen zu lassen.

Mai

Du weißt was wir brauchen, noch bevor wir darum bitten.
Lass uns im Gebet füreinander einstehen.

Juni

Du bist gegenwärtig in der Stimme verschwebenden Schweigens.
Lass uns die Stille suchen, um auf deine Stimme zu lauschen.

Zu den Fürbitten in der Vesper

April

Rufe junge Menschen auf den Weg der Nachfolge.
Schenke ihnen ein hörendes Herz und wachen Mut, auf dich zuzugehen.

Mai

Lass unsere Familien Orte gelebten Glaubens sein.
Stärke sie in ihrer Sendung, das Evangelium zu bezeugen und den Glauben weiterzugeben.

Juni

Sei den Jugendlichen in unseren Gemeinden nahe.
Gib ihnen Freude am Glauben und mach sie offen für einen kirchlichen Dienst.

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Br. Stephan Schweitzer

Franz von Assisi

„Bruder aller Geschöpfe“ − seine geschwisterliche Verbundenheit mit allen Geschöpfen fasziniert mich.

„Nackt dem nackten Christus folgen“ − seine Radikalität in der Nachfolge Jesu fordert mich heraus.

„Diener der Brüder“ – sein Verständnis von Leiten als  Dienst und nicht als Machtausübung ist für mich Vorbild.

Was mich am Kapuzinerleben fasziniert?

Die gelebte franziskanische Geschwisterlichkeit von Mensch und Natur, das Bodenständige, die Begegnung als Bruder und Schwester auf Augenhöhe, das Nah-dran-Sein an den Menschen.

Die (weltweite) Gemeinschaft der Brüder, die mein Zuhause ist, in der ich meine Gottesbeziehung leben und mich entfalten darf und von der ich mich getragen weiß. Die vielfältigen Möglichkeiten, die mir von Gott geschenkten Talente und Gaben in die Gemeinschaft und den Dienst an den Menschen einbringen zu dürfen.

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