Gebetshilfe April bis Juni 2020

15. April 2020

Franziskus und die Aussätzigen

Liebe Freunde der Kapuziner! 

In diesem Jahr wollen wir in den Gebetshilfen, jeweils unter einem ganz bestimmten Blickwinkel‚ auf das Leben des heiligen Franziskus schauen. Bruder Michael Wies leitet in Frankfurt den Franziskustreff. Das ist ein Frühstücksangebot für arme und obdachlose Menschen im Kapuzinerkloster Liebfrauen. Er teilt mit uns in der beiliegenden Ausgabe (April – Juni) seinen Blick auf die Beziehung unseres Ordensvaters zu den Aussätzigen. Vielleicht eine Anregung, den Franziskustreff selbst einmal zu besuchen. Am besten geht das virtuell unter: www.franziskustreff.de . Dort finden Sie auch die Angaben, die Sie brauchen, wenn Sie unsere Arbeit mit den Armen unterstützen wollen. Wir bitten Sie, unsere Berufungspastoral wieder dadurch zu unterstützen, indem Sie unsere Gebetshilfen und Flyer auslegen. Besonders freuen wir uns natürlich, wenn Sie mit uns um gute geistliche Berufungen beten. Für Ihre Hilfe und für jede Unterstützung sagen wir ein herzliches Vergelt’s Gott!

Impuls

Die Aussätzigen! Ohne sie hätte der Heilige Franziskus vermutlich niemals seine ganz eigene Berufung als „Minderbruder“ in der Nachfolge Jesu gefunden. Was war passiert? Im Winter 1205/06 war er zu Pferd unterwegs in der Ebene unterhalb von Assisi. Dort sieht er einen Aussätzigen. Er tut sich Gewalt an und begegnet dem Aussätzigen nicht wie bisher mit Abscheu. Er steigt vom Pferd herab, reicht dem Armen ein Geldstück und küsst ihm die Hand. Im weiteren Suchen und Finden seines Weges dachte er darüber nach, wie er den vielen anderen Aussätzigen helfen konnte. So spendete er zum Beispiel als Kaufmannssohn eine große Summe Geld an die Aussätzigen im Leprosen-Hospital. Die Begegnung mit ihnen verwandelte ihn vollkommen. Vorher war es ihm eine bittere Erfahrung sie nur anzuschauen – jetzt verspürt er innere Freude und „Süßigkeit“. In der Dreigefährtenlegende heißt es: „Aber durch die Gnade Gottes wurde er so sehr ein Vertrauter und Freund der Aussätzigen, dass er unter ihnen weilte und ihnen demütig diente.“

Die Armutsfrage war für Franziskus auch eine Frage der Solidarisierung mit den Ärmsten der Armen. Er wollte als Pilger und Fremdling in den Fußspuren Jesu unterwegs sein. Seinen Brüdern gab er mit auf den Weg: „Die Welt ist unser Kloster.“ Er verband seine Gottsuche und die Nachfolge Christi ganz eng mit der „Herrin Armut.“ Das spiegelt sich wider in der Begegnung und im Umgang mit den Aussätzigen, sowie in der Ausgestaltung seiner Niederlassungen. Franziskus wurde so in Wort und Tat ein Freund der Aussätzigen.

Zu den Bitten in den Laudes

April

Erneuere in unseren Gemeinden und Klöstern die Bereitschaft, das Evangelium zu bezeugen;
– lass junge Menschen ihre persönliche Berufung erkennen und leben.

Mai

Stärke die Familien in ihrer Sendung, den Glauben weiterzugeben; 
– schenke uns Ehrfurcht vor der Berufung eines jeden Menschen.

Juni

Sei den Jugendlichen in unseren Gemeinden nahe;
– gib ihnen Freude am Glauben und mache sieoffen für einen kirchlichen Dienst.  

Zu den Fürbitten in der Vesper

April

Du hast Menschen herausgerufen, alles zu verlassen, um dir nachzufolgen;
– rufe auch heute junge Frauen und Männer in den Priester- und Ordensberuf.

Mai

Du hast den Menschen das Reich Gottes verkündet;
– begeistere Menschen für einen kirchlichen Beruf und sende sie aus mit der frohen Botschaft.

Juni

Du hast den heiligen Franziskus und die heilige Klara in deine Nachfolge gerufen;
– schenke den Kapuzinern und Kapuzinerinnen, sowie den Gemeinschaften in der franziskanischen Familie, immer wieder junge Brüder und Schwestern.

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Bruder Michael Wies

Franz von Assisi

Ein Heiliger, radikal in der Nachfolge Christi, den Armen zugewandt, ohne Scheu vor den Mächtigen seiner Zeit. Wie er betete, was er schrieb, wozu er sich entschieden hat: Vorbild und Maßstab bis heute.

Was mich am Kapuzinerleben fasziniert?

Das die Brüder nach der Regel des Heiligen Franziskus leben. Mir hat mal ein Bruder gesagt, wir leben zusammen und beten auch, aber gleichzeitig sind wir auch eine Gemeinschaft die streitet. Mich hat diese Ehrlichkeit und Bodenständigkeit fasziniert. Und sowieso: Der natürliche Kontakt zu den Mitmenschen.