Br. Jeremias
Nach sieben Jahren als Pfarrseelsorger wechsle ich nun in einen ganz neuen Aufgabenbereich - die Berufungspastoral für unsere neue deutsche Kapuzinerprovinz.
Kreativität und Ideen, aber auch die Unterstützung der Brüder, Wohltäter und Förderer werden dabei neben Gebet und Gottvertrauen wichtig sein.
Aber zunächst noch ein wenig zu meiner Person für alle, die mich noch nicht kennen:
Geboren wurde ich, auch wenn die eine Hälfte meiner Wurzeln aus dem schönen Landkreis Altötting, Oberbayern, stammt, in der Ruhrgebietsgroßstadt Oberhausen/ Rheinland. Hier wuchs ich auf, machte mein Abitur und war ich bis zu meinem Ordenseintritt 1990 in die rheinisch-westfälische Kapuzinerprovinz, verwurzelt.
Meine Ordensausbildung begann ich mit dem Postulat in Dieburg. Es folgte das Noviziat in Werne und das Juniorat in Münster. Eigentlich war in dieser Zeit geplant, die Ausbildung zum Krankenpfleger zu beginnen, was jedoch durch die Bitte der Provinzleitung, das Theologiestudium zu absolvieren, zunächst nicht realisiert werden konnte. Und so studierte ich von 1992 bis 1997 in Münster und in der wunderschönen spanischen Stadt Salamanca, welche eine der drei ältesten Universitäten Europas aufzuweisen hat, Theologie. Nach Studium und Ewiger Profeß arbeitete ich dann in der Pfarrei in Zell a. H. mit, um festzustellen, daß meine Leidenschaft immer noch der Krankenpflege gehörte.
Somit begann ich 1998 die Ausbildung zum Krankenpfleger und beschloß sie 2001 erfolgreich. Anschließend arbeitete ich auf einer Station für an Magen-/ Darmkrebs erkrankte Patientinnen und Patienten. Losgelassen hat mich die Krankenpflege nie, auch wenn ich über dieselbe zu dem Schluß kam, daß für mich neben der Leibsorge nun auch die Seelsorge, also der priesterliche Dienst, zur ganzheitlichen Sorge um den Menschen gehören. Ich bat folglich, diesem inneren Wunsch gehorchend, um die Priesterweihe und wurde dann im Mai 2003, nach gut 12 Ordensjahren, geweiht.
Auch wenn in den Jahren 2003 bis 2010 die Pfarrseelsorge mit all ihren Herausforderungen und dramatischen Veränderungen im Vordergrund stand, blieb die Krankenpflege, sei es im Dienst an den älteren Mitbrüdern oder den der Hilfe bedürftigen Menschen in der Pfarrei/ Seelsorgeeinheit Zell am Harmersbach, immer ein wichtiger Aspekt meines Tuns.
Aus den Erfahrungen heraus, die ich in den Begegnungen mit vielen Menschen machte, erwuchs der Wunsch, eine Ausbildung in Gestalt-Therapie, in deren drittes Jahr ich nun bald gehe, am GIF zu machen.